Rationalisierungswelle in den Büros
Seit geraumer Zeit werden die Arbeitsplätze von Industriearbeitern durch die Einführung „Ganzheitlicher Produktionssysteme“ (GPS) grundlegend umgestaltet. Das Ziel: schnellere, billigere Abläufe, weniger Fehler. Nun schwappt dieser Trend in die Büros, mal unter dem Begriff GPS, mal unter dem Begriff Lean Office.
In der Regel geht es darum
- Such- und Wartezeiten (Dokumente, Rückfragen etc.) zu verringern
- Verfahren zu beschleunigen
- Doppelarbeiten zu vermeiden
- Neue Abläufe einzuführen und Abläufe zu standardisieren
- Kennzahlen einzuführen
Ausbildung und Beruf
Die IG Metall hat ein Positionspapier herausgegeben, das sich kritisch mit der Initiative des VDI befasst, eine "Engineering Card", eine Art Berufsausweis für Ingenieure, einzuführen.
Studie
Die Globalisierung macht sich auch in den Entwicklungsbüros bemerkbar, deren Aufgaben lange als verlagerungsresistent galten. Auf diesen Wandel weisen die Industriesoziologen Andreas Boes und Tobias Kämpf hin. In böckler impuls (Ausgabe 10/2010) werden zentrale Ergebnisse ihrer Studie über die Globalisierung von Wissensarbeit (IT, Entwicklung) vorgestellt.
Umweltfreundliche Technik. Gute Arbeit.
Am 23. und 24. September 2010 findet im Merceds-Benz Werk Sindelfingen die Tagung "Umweltfreundliche Technik. Gute Arbeit. Mehr Nachhaltigkeit durch Mitbestimmung" der Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit der IG Metall statt.
Zielgruppe der Tagung sind Betriebsratsmitglieder, Vertrauensleute und Mitglieder der IG Metall aus dem Engineering. Anmeldeschluss ist der 2. Juli 2010. Die Plätze werden von den IG Metall-Bezirksleitungen vergeben.
Mitmachen
Den Arbeitskreis bilden Betriebsratsmitglieder aus F&E-Abteilungen in Deutschland. Er kommt zweimal im Jahr zusammen. Vertreten sind alle maßgeblich Branchen, von der Automobil-, über die IT- und Elektroindustrie bis zum Maschinenbau. Die Schlüsselunternehmen dieser Branchen, aber auch Forschungsinstitute senden ihre Vertreter in diesen Kreis.
Die Themen:
Wirtschaftskrise
Die IG Metall hat eine zentrale „Task-Force Krisenintervention“ eingerichtet, um Betriebsräte aus kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen, wenn ihre Betriebe in Not geraten sind und sie deshalb zum Beispiel mit dem Arbeitgeber über einen Beitrag der Beschäftigten verhandeln sollen.
Lohnspiegel.de
Das Bruttomonatseinkommen von Technikerinnen und Technikern beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 3.170 Euro. Maschinenbautechniker verdienen im Schnitt 3.424, Elektrotechniker 3.199 Euro und Fernmeldetechniker 3.048 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals www.lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 5.000 Technikerinnen und Techniker haben sich daran beteiligt.
Arbeitsbedingungen
Neue Management-Methoden sollen den Beschäftigten mehr Freiheiten am Arbeitsplatz bringen. Doch die Praxis des neuen Arbeitens sieht meist anders aus: Unrealistische Ziele und striktes Controlling sorgen vor allem für Stress und Leistungsdruck.
IG Metall

„Die Stärke der deutschen Industrie liegt zweifellos in
hochqualifizierter Forschung und Entwicklung und deren Umsetzung in
qualifizierter Facharbeit. Darum beneiden uns im Übrigen ausländische
Beobachter. Der Schlüssel für diese technologischen Stärken sind gut
ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure und hochqualifizierten
Facharbeiterinnen und Facharbeiter“, sagte Berthold Huber, der Erste
Vorsitzende der IG Metall, am 23. Juni 2009 auf der Engineering-Tagung von
Hans-Böckler-Stiftung und IG Metall bei Airbus in Hamburg.
Gesamtmetall
Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall hat den Vorschlag von Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser kritisiert, Transfergesellschaften zu gründen, in denen Ingenieurinnen und Ingenieure über Zeitarbeit und zu niedrigeren Tarifen für Projekte in Firmen eingesetzt werden können, um sie vor drohender Arbeitslosigkeit zu „schützen“.