Außertariflicher Vertrag

Wer ist AT?

 

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Denn je nach Branche und Tarifgebiet gibt es zum Teil sehr unterschiedliche Definitionen für AT- Beschäftigte.

Als "außertariflich" gelten nach nach unseren Tarifverträgen in der Regel Beschäftigte

  • die mit einer Aufgabe betraut ist, die höhere Anforderungen stellt, als sie für die höchste tarifliche Vergütungsgruppe definiert ist UND
  • die ein Entgelt oberhalb der höchsten tariflichen Vergütungsgruppe erhalten (oft wird dafür ein Mindestabstand definiert).

Beispiel Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen

In Niedersachsen beträgt das monatliche Mindestentgelt für außertarifliche Beschäftigte derzeit 5.528 Euro.

Beispiel Baden-Württemberg

Die Tarifverträge der IG Metall in Baden-Württemberg gelten für alle Mitglieder (in BaWü), unabhängig vom Einkommen und von der Position im Unternehmen. Trotzdem werden in der Praxis oft Beschäftigte, deren Einkommen deutlich über der höchsten Entgeltgruppe liegt, fälschlicherweise als „ATler“ oder „ÜTler“ bezeichnet. Fakt ist: Alle tarifvertraglichen Regelungen und auch die Tariferhöhungen in Baden-Württemberg gelten auch für diese Beschäftigtengruppe.

AT-Verträge zur Sicherheit immer mit dem Tarifvertrag vergleichen!

Viele Beschäftigte verbinden mit einem AT-Vertrag einen Statusgewinn. Aber: Nicht überall wo AT draufsteht, ist auch tatsächlich AT drin.

  • Leider benutzen viele Arbeitgeber den Begriff "AT", um Mehrarbeit pauschal mit dem Gehalt abzugelten. Das bedeutet: Anders als bei Tarifbeschätigten werden Überstunden nicht vergütet, und es gibt auch keinen Freizeitausgleich.
  • Es kommt auch oft vor, dass in AT-Verträgen gar kein echtes AT-Gehalt vereinbart ist, sondern dass sich das Entgelt, wenn man genau nachrechnet, sogar deutlich unterhalb der höchsten tariflichen Entgeltgruppe befindet. Ist das der Fall, dann sind die tariflichen Bedingungen in der Regel viel günstiger.
  • Entscheidend für die Zuordnung, wer als "außertariflich" gilt, ist der jeweilige Tarifvertrag. Gibt es keinen Tarifvertrag, kann auch nichts außerhalb des Tarifs vereinbart werden.

Wer nicht nur den Statusgewinn, sondern auch eine entsprechende Vergütung möchte, sollte seine AT-Konditionen deshalb unbedingt mit denen des jeweils gültigen Tarifvertrages vergleichen. Dabei gibt es eine Menge Details zu beachten - und unterschiedliche Auslegungen (Wochenarbeitszeit etc.). Informieren Sie sich am besten bei der IG Metall vor Ort - oder beim Betriebsrat.

Auch AT-Beschäftigte profitieren von Tarifverträgen

AT-Verträge kann es nur dort geben, wo ein Tarifvertrag als Bezugspunkt vorhanden ist. Deshalb ist es auch AT-Mitarbeiter wichtig, dass es einen Tarifvertrag gibt. Das ergibt sich schon aus der Definition: Gehalt und Arbeitsbedingungen von AT-Angestellten müssen günstiger sein als das tarifliche Geregelte. Damit wird für einen AT-Arbeitsvertrag eine Mindestgrenze festgeschrieben. Diese Mindestgrenze erhöht sich zwangsläufig mit jeder Tariferhöhung und jeder Verbesserung der tariflichen Arbeitsbedingungen.

 

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