Fachkräftemangel

IG Metall fordert bessere Arbeitsbedingungen und mehr Ausbildung

 

Seit Jahren beschwören Arbeitgeber den Mangel an Ingenieuren und prophezeien drastische Umsatzeinbußen, weil ihnen die Fachkräfte fehlen. In einigen Regionen und für einige Berufe zeichnet sich diese Entwicklung auch schon ab. Da Klagen allerdings nicht weiter hilft, schlägt die IG Metall nun einen Katalog von zehn Maßnahmen gegen den Mangel vor.

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Die vorgestellten Punkte unterscheiden sich deutlich von den Vorschlägen der Arbeitgeberverbände und Teilen der Politik, die eine Erhöhung des Rentenalters, Arbeitszeitverlängerungen und eine Lockerung der Zuwanderungsregeln für hochqualifizierte ausländische Fachkräfte fordern.

Mit den zehn Punkten, die die IG Metall Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Ingenieurinnen und Ingenieuren, Betriebsräten und Praktikern entwickelt hat, soll stattdessen der Nachwuchs gefördert und die bereits ausgebildeten Experten enger an ihr jeweiliges Unternehmen gebunden werden. Bei den meisten Vorschlägen wie Engagement für gute Arbeitsbedingungen und gute Entlohnung, der Förderung von Frauen und mehr Aus- und Weiterbildung haben es außerdem die Arbeitgeber selbst in der Hand, ihre Position im Wettbewerb um begehrte Fachleute zu verbessern.

Das gilt besonders für die Einhaltung der Flächentarifverträge – die immer wieder von Vertretern der Arbeitgeberseite kritisiert werden und aus denen einige Unternehmen auch ausgestiegen sind. Wer aber Fachkräfte zu Billiglöhnen anstellen will, muss sich über einen Mangel an Bewerbern nicht wundern. Die IG Metall rät insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieuren, selbstbewusst aufzutreten und in Bewerbungsgesprächen nachzufragen, ob der Betrieb Tariflöhne zahlt und wie die Arbeitsbedingungen aussehen. Auskünfte geben auch die Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall in den Betrieben und die regionalen IG Metall-Verwaltungsstellen vor Ort.

 
 
     


     
    Stand: 09.03.2012