DGB-Index Gute Arbeit

Sonderreport technische Experten

 

Ingenieur/innen und technische Expert/innen beurteilen ihre Arbeitsbedingungen erheblich besser als andere Beschäftigte. Mit 62 Punkten liegt ihr Index vier Punkte über dem gesamtdeutschen Wert (58). Dennoch besteht großer Verbesserungsbedarf, denn der Wert vom 62 Punkten besagt, dass die Arbeitsbedingungen nur vereinzelt als belastend, aber als relativ entwicklungsarm beschrieben werden. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit (2007-2009), die die IG Metall zusammen mit der IG BCE in Auftrag gegeben hat. 

Die gravierendsten Defizite: Einfluss-und Entwicklungsmöglichkeiten, Führungs- und Betriebskultur sowie die Intensität der Arbeit: Zeitdruck, Störungen und Unterbrechungen prägen die Arbeitsrealität von vielen Beschäftigten. Vielen Befragten fehlen außerdem berufliche Zukunftssicherheit und ein subjektiv angemessenes Einkommen. Nur ein kleiner Teil der Befragten, 15 Prozent, berichtet von rundherum guten Arbeits- und Einkommensbedingungen. 24 Prozent schildern ihre Situation als durchgängig belastend.

In dem Report geben Angehörige von vier Berufsgruppen Auskunft darüber, wie sie ihre Arbeitsbedingungen beurteilen: Ingenieure und naturwissenschaftliche Akademiker (18 %), Informatiker und Datenverarbeitungsfachleute (26 %), Techniker/innen (44 %) sowie technische Sonderfachkräfte (12 %).

Gesundheit

Die gesundheitliche Beschwerden liegen zwar ebenfalls unterhalb des (west-) deutschen Niveaus, sind aber insgesamt alarmierend hoch. Zu den am weitesten verbreiteten Beschwerden gehören: allgemeine Müdigkeit und Erschöpfungsgefühle (53 %), Nacken-, und Rückenschmerzen (46%) sowie Nervosität und Reizbarkeit (33%). Dieses Beschwerdebild lässt darauf schließen, dass bei dieser Beschäftigtengruppe vor allem stressbedingte Belastungen dominieren. Nervosität, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und Schlafstörungen gelten allgemein als Folgen von negativem Stress. Bei Ingenieuren und naturwissenschaftlichen Akademikern geben sogar 59 Prozent an, häufig unter diesen Beschwerden zu leiden. Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Qualität der Arbeitsbedingungen und dem der Häufigkeit gesundheitlicher Beschwerden. Und: Auch Ingenieure gehen immer wieder krank zur Arbeit. 71 Prozent der Befragten sind mindestens einmal trotz Krankheit zur Arbeit gegangen.

Arbeitszeiten

Die tatsächlichen Arbeitszeiten weichen stark von den vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten ab. Die Beschäftigten wünschen sich aber mindestens eine Rückkehr zur vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit. Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer/innen arbeiteteten zwischen 44,1 Stunden (Männer) und 43,6 Stunden (Frauen) die Woche (unter Berücksichtigung von Überstunden). Die vertragliche Arbeitszeit liegt bei Männern und Frauen (Vollzeit) bei rund 39 Stunden. Vollzeitbeschäftigte Frauen wünschen sich eine Arbeitszeit von 36,4 Stunden, die Männer einen Rückgang um 5,8 Stunden auf 38,4 Stunden.

Verbundenheit mit dem Arbeitgeber

56 Prozent der Ingenieure und technischen Experten fühlen sich ihrem Arbeitgeber so verbunden, dass sie angeben, das Unternehmen auch dann nicht zu wechseln, wenn sie eine Möglichkeit dazu hätten. Allerdings geben 24 Prozent an, das Unternehmen wahrscheinlich zu verlassen, sobald sie eine Möglichkeit dazu hätten und weiter 19 Prozent sind unentschlossen.

April 2011

 

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Sonderreport DGB-Index Gute Arbeit

Ich danke dem DGB, dass ich durch den Sonderreport, einen Überblick erhalten habe, wie die Arbeit im Ingenieurswesen bewertet wurde. Ich war der Auffassung gewesen, dass gerade in der Tätigkeit als Ingenieur / Techniker, der Arbeitsprozess bzw. Umwelt, in Ordnung ist.
Durch den Report habe ich eine andere Sichtweise erhalten und bin der Meinung, dass hier noch großer Handlungsbedarf da ist, um die Bedürfnisse der Fachkräfte am Arbeitsplatz so zu gestalten, dass die Arbeitsleistung und die verbundene Motivation an der Arbeit, erhalten bzw. aufrecht gehalten wird.